Heute fuhr ich von einem tollen Kundentermin nach Hause, und zum täglichen Gedanken „Was koch ich denn heute Schönes?“ kam heute ein „Ich will mal was anderes, eine besondere Geschmacksnote.“ Für ganz neu fehlten mir heute Zeit und Elan, und ich musste ja auch zusehen, dass ich aus dem etwas zaubere, was im Haus ist.
Ich wollte erst meine Lieblingskochbücher durchblättern, stellte aber schnell fest, dass in meinem Kopf schon eine ziemlich klare Vorstellung war. Nämlich: das Jambalaya-Rezept von Eat This zu vereinfachen und trotzdem so genial abzuschmecken wie das Original. Das mit diesem Rezept sollte auch so sein, da ich zufällig gerade Stangensellerie im Haus hatte, der bei diesem Rezept die wohl wichtigste Grundnote gibt.
Das Essen war erstaunlich schnell fertig, und das Ergebnis meines Experiments übertraf meine Erwartungen bei weitem.
Da mich das Essen an Schaschlik ohne Schaschlikstäbe erinnert, nenne ich es mal „Schaschlikgemüse“.
Ich halte das jetzt erst mal aus meiner Erinnerung fest und werde beim späteren Nachkochen die Mengen prüfen und ggf konkretisieren.
Das Originalrezept ist aus einem meiner absoluten Lieblingskochbücher: „Vegan kann jeder“ von Eat this. Ein Kochbuch, das meiner Ansicht nach im Haushalt eines jeden Veganers, der gern kocht und gern gut und abwechslungreicht isst, nicht fehlen darf und sich auch sehr schön als Geschenk eignet. Ich bin ja selbst in einem Verlag aufgewachsen und habe Druckereiwesen studiert und spreche daher als Fachfrau, wenn ich neben den wunderbaren und kreativen und super verständlichen Rezepten auch die Gestaltung, die Typografie und die Papierauswahl erwähne. Das ganze Buch ist von Haptik und Optik wirklich wunderbar aufgemacht ist und es macht immer wieder Freude, es in die Hände zu nehmen, weil es nicht nur die Geschmackssinne anregt, sondern auch Hände und Augen schmeichelt.
Zutaten
3-4
- 2 Stangen Sellerie (das ist das Wichtigste!)
- 2 Zwiebeln
- 1 großer roter Bio-Paprika oder ca. 1,5 -Spitzpaprika
- 1/2 Zucchino oder was ihr sonst noch an Gemüse im Haus habt, was ihr mögt
- statt Tempeh (im Original), den ich nicht besonders mochte, habe ich Black Forest Tofu genommen (fast 1 ganzen). Hier kann man etwas „herumprobieren“, vielleicht probiere ich als nächstes mal den Tofu provenzialische Art.
- 3-4 Knoblauchzehen, lieber zuviel als zu wenig
- optional 2 Scheiben Jalapenos, sauer eingelegt, von Kühne (oder einfach mit Chili etc würzen)
- 1 Flasche Bio-Tomatenpassata, ich schwärme für das von La Selva
- ca. 2 EL Barbecuesoße, wir hatten noch die von Develey, die allerdings leider in Plastik daherkommt – besser wäre vermutlich Liquid Smoke
- ca. 1 TL Gemüsebrühe bzw. nach Bedarf
- etwas Rauchpaprikapulver oder Paprika edelsüß
- 1 EL Cajun-Gewürz
- ca. 2 EL Sojasoße, alternativ dunkler Essig oder was ihr dahabt an dunklen Würzsoßen oder -pasten
- dazu Basmati oder anderen Reis euer Wahl, ca. 250 g
- leckeres hoch erhitzbares Öl, z.B. Alba-Öl oder Rapso
Benötigte Geräte:
eine gute Bratpfanne mit hohem Rand, Bräter etc.
Los geht's!
Vom Stangensellerie gründlich die holzigen Streifen abziehen, dann in Ringe schneiden. Paprika, Zucchini, Zwiebeln und Tofu/Tempeh in grobe Würfel bzw. Stücke schneiden (auch die Zwiebel muss in große Stücke, 1,5 cm groß oder mehr). Jalapenos fein schneiden.
Bratpfanne auf kräftige Brattemperatur erhitzen und alles mit wenig Öl und wenig Rühren kräftig von allen Seiten anbraten. Knoblauch fein hacken, aber separat halten und erst am Ende des Bratvorgangs für ca. 20-30 Sekunden zugeben, er wird beim Braten schnell bitter.
Dann mit Tomatenpassata und Wasser (ca. 300-500 ml?) ablöschen und etwas Gemüsebrühe zugeben, außerdem etwas BBQ-Soße und Cajun-Gewürz (kann man selbst anmischen, Rezepte gibt’s im Internet, z.B. hier, allerdings ist da der Paprika schon mit drin, womit man es nicht anderweitig zum Marinieren und Braten verwenden kann) zugeben. Alles nun noch wenige Minuten köcheln lassen (nicht mehr als 10 min, wenn es gut angebraten war; es sollte nicht matschig werden) und dann mit Brühe, Paprika, Sojasoße und Ahornsirup abschmecken.
Spätestens jetzt den Reis aufsetzen, wenn es Basmati ist, der braucht nur 8 Minuten.