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Frühstücks-Bowl mit warmer Komponente

13.02.2024

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Was für ein Glück ich doch habe, dass ich die Zeit und Mittel habe, das zubereiten und essen zu dürfen, was mir schmeckt und gut tut! Ich wünsche allen, die das hier lesen, dass auch sie das Glück haben, so oft wie möglich Essen auf den Tisch bringen zu können, das für euch diese Voraussetzung erfüllt.

Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass jeder was anderes braucht – und das auch noch je nach Lebenssituation unterschiedlich!

Ich z.B. hatte in den letzten Wochen nach einem längeren Infekt eine Phase, wo ich wieder „in die Gänge kommen“ wollte – und war anfangs erstaunt, dass ich plötzlich fast jeden Morgen Lust auf pikantes Essen hatte: pikante Bandnudeln mit Tomaten und Kapern oder Asianudeln mit Ingwer und Chili aus dem Wok. Denn normalerweise ist gerade morgens scharfes Essen GAR nichts für mich – und danach fühl ich mich „wie ein Flummi“, der alles will und zu nix kommt.

Mein warmes Frühstück mit Dinkelnudeln hat scheinbar derzeit ausgedient. Seit Tagen und Wochen hab ich mehr Lust auf Rohkost, vor allem gehobelten Kohl und leckere Dips. Da ich aber morgens unmöglich nur Rohkost essen kann (habe ich probiert – ich brauche aber einfach Wärme), war meine Idee eine Bowl mit sowohl kalten als auch warmen Zutaten – und was soll ich sagen? Mein erster Versuch war nicht hübsch – aber das vielleicht erfüllendste, wohltuendste und wohlschmeckendste Essen, das ich jemals hatte.

Damit möchte ich nicht behaupten, dass dieses Essen genau das auch für Dich sein muss, sondern Dich ermutigen, auf Deinen Appetit zu hören und der Zubereitung von wohltuendem Essen eine hohe Priorität in Deinem Leben zu geben, sowohl zeitlich als auch materiell (lieber Secondhand-Kleidung und Biokiste als aktuelle Mode und Essen vom Discounter.)

Noch ein Tipp für „Fortgeschrittene“:

Wenn ihr euch entscheidet, öfter Bowls zu essen und ihr dabei wirklich gesund essen wollte, fallen mir spontan 2 Dinge aus dem Rohkostbereich ein, die ich euch dafür ans Herz legen möchte, weil sie mega gut für den Körper sind (fangt mit kleiner Menge an!) und dabei mega lecker sein können: selbst Fermentiertes (z.B. rohes Sauerkraut, ich verlinke mal extern zu Nordisch Roh) und selbstgezogene Keime/Sprossen, z.B. aus Kressesaat (direkt auf Watte) oder aus grünen oder braunen Linsen (dafür braucht man nichtmal ein Keimglas, ging bei mir auch auf einem tiefen Teller, nachdem die eingeweicht und abgetropft waren).

Zutaten

1 Portion
    • optional Räuchertofu (z.B. von Edeka bio)
    • kalte Komponenten, die ihr da habt und mögt, z.B.: Rotkohl oder Weißkohl, Lauch oder Frühlingszwiebel, 1/2 Apfel, 1 Möhre, 1/4 Paprika
    • optional Fermentiertes, frische Sprossen (z.B. Kresse etc.) oder Kräuter wie Schnittlauch, Dill, Petersilie. Alternativ einfach was da ist – ich hatte weder noch, aber stattdessen noch ein paar selbst eingelegte Oliven in Tomatensoße, das war auch schön. Krautsalat ist auch immer fein. Guckt nicht danach, was auf Instagram gut aussehen würde, sondern was der Kühlschrank hergibt und worauf ihr Appetit habt.
    • Dips! Ich persönlich bin ein riesiger Fan von Dips und finde, man braucht eine helle Creme, z.B. aus weißen Bohnen (z.B. hier oder bei ElaVegan) und einen roten oder dunklen Dip, ich habe dafür fertige Teryaki-Soße verwendet (und war etwas entsetzt über meinen Verbrauch: ca. 4-6 EL für eine Mahlzeit – nein, haltet mir keine Vorträge, mir geht es super, in dieser Kombi fand mein Körper das toll).
    • warme Komponente, z.B. eine Portion Dal mit Reis (wenn euch indisch zu scharf ist, probiert dieses hier).
    • Und ja, unglaublich, aber wahr: Man kann eine Bowl auch ohne Avocado zubereiten. Die sieht nur einfach auf Fotos so toll aus. Mir persönlich ist Avocado für morgens zu fettig und zu kühlend (und nebenbei auch eine teure Zutat, die sich angeschnitten nicht gut hält)  Aber wenn ihr Avocados in der Bowl mögt, dann muss sie natürlich mit rein!

Los geht's!

Für Tofuvariante: mehrere Scheiben Räuchertofu, mariniert mit einer Soße eurer Wahl – ich habe Teryaki Soße bio von Bamboo Garden bei Edeka gefunden und mag sie (enthält natürlich Zucker, aber das tut Ketchup auch) – in einer Pfanne angebraten (erst, wenn die übrigen Zutaten fertig sind) – alternativ Fleischersatz, den ihr mögt, oder ihr lasst es einfach weg.

Zuerst die warme Komponente zubereiten. Während diese köchelt:

Die frischen Zutaten entsprechend kleinschneiden bzw. hobeln, schreddern usw:

Rotkohl oder Weißkohl in feine Streifen geschnitten oder gehobelt (und mit etwas Salz geknetet, damit etwas weicher), Lauch oder Frühlingszwiebel in Ringen, einen halben Apfel grob gerieben oder in feinen Schnitzen (Achtel z.B.), Möhre fein gerieben, ein paar feine Ringe Paprika, …

Alles zusammen appetitlich auf einem tiefen Teller anrichten. Die Dips entweder direkt dazu oder auf Dipschälchen (wir besitzen keine). Das warme Essen z.B. zwischen den Tofu und die Soße, dann wird die Rohkost nicht warm. Wer es hübsch braucht, kann noch mit Keimlingen, Soßen, Sesamkörnern etc. dekorieren.

Genießen.